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Antonius Kapelle in Grube Messel

- aus Spritzenhaus wird Gotteshaus

Antonius Kapelle in Grube Messel (c) Bistum Mainz/A. Emmel
11. Aug 2020

Sie war mal ein Feuerwehrhaus: Die Antonius-Kapelle. Dort, wo heute die Glocke läutet, hingen früher die Schläuche zum Trocknen. Aber wie wird aus einem Spritzenhaus eine Kapelle?

Mit dem Abbau von Ölschiefer 1884 zogen viele Arbeiter in die Werkswohnungen der Gesellschaft Messel. Eine Siedlung entstand, samt Feuerwehrhaus. Doch eine Kapelle gab es erstmal nicht. Schon 1913 wünschten sich die Bewohner der neuen Siedlung Grube Messel eine Kapelle. Erst nach dem zweiten Weltkrieg 1945 ging dieser Wunsch in Erfüllung. Ein im Jahr 1910 ursprünglich als Spritzenhaus errichtetes Gebäude wurde zur Kapelle umgebaut und am 20. Dezember 1945 feierlich als Antonius Kapelle geweiht. Seit 2006 kümmert sich ein Verein um den Erhalt der Kapelle. Bis heute wird die Kapelle für Gottesdienste oder auch kulturelle Veranstaltungen genutzt. Das Feuerwehrhaus ist bis heute an der Struktur des Gebäudes, besonders des Turms, sehr gut zu erkennen.

Weitere Infos: https://www.antoniuskapelle-grube-messel.de/
Tipp: Die Form des Spritzenhaus ist von außen gut zu sehen.

Antoniuskapelle Messel (c) Bistum Mainz

Die Grube Messel – UNESCO-Weltnaturerbe

Millionen Jahre sind die Fossilien in der Grube Messel alt. Ganz besonders ist der Fund eines Urpferdes, dem Vorfahren unserer heutigen Pferde. Dabei begann die Geschichte der Grube Messel 1859 mit dem Abbau von Raseneisenerz ganz unspektakulär. Doch schließlich stießen die Arbeiter auf Ölschiefer. Dieses enthielt zum einen wertvolles Öl und konservierte zudem die Fossilien. Bereits 1876 wurde darin ein Alligatorenskelett gefunden. Eine Sensation! Dennoch wurde weiterhin Ölschiefer abgebaut, bis es 1962 unrentabel wurde. Doch auch dann war der Wert der Grube noch nicht erkannt worden und sie sollte zu einer Mülldeponie werden. Bürgerinitiativen gründeten sich und private Fossiliensammler konnten dies abwenden und 1995 bekam die Grube Messel die Auszeichnung als UNESCO-Weltnaturerbe.

Grube Messel / Ausgrabung (c) Bistum Mainz/A. Emmel

Bis heute graben Archäologen der senkenbergischen Naturforschenden Gesellschaft und finden wertvolle Fossilien in der Grube Messel. Diese sind im Besucherzentrum ausgestellt. Die Grube selbst kann mit Führungen besichtigt werden.