Schmuckband Rad

Gottesdienst-Übertragung vom 22.03.2020 aus dem Westchor des Wormser Domes

Videoaufzeichnung

Feiern Sie mit uns! (c) Dom St. Peter / Martina Bauer
Feiern Sie mit uns!

4. Fastensonntag LJ A, 22.03.2020

LIEDORDNUNG

(Corona-Gottesdienst Nr. 2)

Eröffnung:          Orgelmusik                          

Kyrie:                  gesprochen

Psalm:                   37, 1                          

R.v.d.Ev.:            176, 4                          

Credo:                 gesprochen                 

Gabenb.:            Orgelmusik

Sanctus:             199

Agnus Dei:          gesprochen

Kommunion:      Orgelmusik

Dank:                  392, 1-3

Schluss:              Orgelmusik

 

TAGESGEBET 

(aus Tagesimpuls Erzabtei Beuron)

 

Herr, unser Gott,

du hast in deinem Sohn

die Menschheit auf wunderbare Weise mit dir versöhnt.

Gib deinem Volk einen hochherzigen Glauben,

damit es mit froher Hingabe dem Osterfest entgegeneilt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

 

ERSTE LESUNG

1 Sam 16, 1b.6-7.10-13b

Samuel salbte David zum König über Israel

Lesung aus dem ersten Buch Samuel

In jenen Tagen

1bsprach der Herr zu Samuel: Fülle dein Horn mit Öl, und mach dich auf den Weg! Ich schicke dich zu dem Betlehemiter Isai; denn ich habe mir einen von seinen Söhnen als König ausersehen.

6Als sie kamen und er den Eliab sah, dachte er: Gewiss steht nun vor dem Herrn sein Gesalbter.

7Der Herr aber sagte zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt, denn ich habe ihn verworfen; Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.

10So ließ Isai sieben seiner Söhne vor Samuel treten, aber Samuel sagte zu Isai: Diese hat der Herr nicht erwählt.

11Und er fragte Isai: Sind das alle deine Söhne? Er antwortete: Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe. Samuel sagte zu Isai: Schick jemand hin, und lass ihn holen; wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen, bevor er hergekommen ist.

12Isai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen. David war blond, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt. Da sagte der Herr: Auf, salbe ihn! Denn er ist es.

13bSamuel nahm das Horn mit dem Öl und salbte David mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an.

 

 

ZWEITE LESUNG

Eph 5, 8-14

Steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser

Brüder!

8Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!

9Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.

10Prüft, was dem Herrn gefällt,

11und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, sondern deckt sie auf!

12Denn man muss sich schämen, von dem, was sie heimlich tun, auch nur zu reden.

13Alles, was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet.

14Alles Erleuchtete aber ist Licht. Deshalb heißt es: Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein.

 

 

EVANGELIUM: KURZFASSUNG

Joh 9, 1.6-9.13-17.34-38

Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit

1sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.

6Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen

7und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.

8Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?

9Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es.

13Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.

14Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.

15Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen.

16Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen.

17Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet.

34Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.

35Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?

36Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube.

37Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es.

38Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

 

 

Predigt:

Sehen - Vertrauen

 

  1. Die Corona-Pandemie beherrscht momentan unser Leben, zwingt uns allen, weltweit, massive Einschränkungen auf. Zentrale Grundrechte sind momentan massiv eingeschränkt: die Bewegungsfreiheit etwa. Aber auch die Religionsfreiheit: wir können momentan nicht zum Gottesdienst zusammen kommen. Und wir wissen jetzt: diese Situation wird noch über Ostern, ja über den Weißen Sonntag anhalten. Die Erstkommunionen wurden abgesagt – sie werden erst nach den Sommerferien stattfinden; anstehende Taufen sind abgesagt; im Mai beginnen die Hochzeiten: zum gegenwärtigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich, dass sie stattfinden können; Ostern, das zentrale Fest unserer Erlösung, nicht mit öffentlichen Gottesdiensten feiern zu können, die Osterfreude nicht in der Gemeinschaft der Glaubenden erleben, teilen, erfahren zu dürfen: was das bedeutet, wie das gehen kann: ich kann es mir momentan noch gar nicht richtig ausmalen. Aber: Wir haben es nicht in der Hand. Ein winziger Virus hat das Kommando übernommen. Ein winziger Virus, der das Leben der Menschen in der ganzen Welt auf den Kopf stellt. Und der – machen wir uns nichts vor - viele Menschen auch das Leben kosten wird. Wir erleben gerade in Italien und Spanien, wie dramatisch das werden kann und können nur hoffen und beten, dass wir hier besser vorbereitet sind.
  2. In vielen Gesprächen der vergangenen Woche habe ich immer wieder gehört: „Das Schlimmste ist dieses Gefühl der Machtlosigkeit. Wir können nichts tun.“ Wir wissen nicht, wie es weiter geht. Keiner weiß, ob nicht nächste Woche doch noch eine massive Ausgangssperre droht. Ob wir in vier Wochen langsam wieder zu einem normalen Leben zurückkehren werden oder ob das Ganze sich noch viele Monate hinzieht. Wir können momentan nichts planen, eigentlich nur von einem Tag bis zum nächsten sehen. Vielleicht ist da die Erzählung vom Blinden aus dem heutigen Sonntagsevangelium eine gar nicht so schlechte Beschreibung unserer Situation: nicht sehen zu können, nicht wissen, wohin uns der Weg noch führt, wie es weiter geht. Und für viele Menschen ist es auch eine Frage der Existenz: Gastwirte und Cafébesitzer, Selbständige, Künstler und viele mehr.
  3. Um eines gleich zu sagen: die Art, wie Jesus dem Blinden die Augen öffnet, ist nun für die gegenwärtige Situation, in der selbst in Kaufhäusern und an den Kassen Spuckschutz aufgebaut werden muss, damit niemand versehentlich infiziert wird, sicher kein gutes Beispiel: Jesus spuckt auf die Erde, formt daraus einen Teig und bestreicht damit die Augen des Blinden. Entscheidend ist aber nicht die Art wie Jesus hier vorgeht. Nach geltenden hygienischen Maßstäben ein absolutes No-go! Aber die Heilung geschieht ja nicht durch irgendeinen magischen Hokus-Pokus, nicht durch Jesu Spucke, sondern dadurch, dass sich ein Mensch durch die heilende Kraft Gottes berühren lässt, innerlich berühren lässt. Die Erzählung ist eine Einladung, dass wir uns der liebenden Zuwendung Gottes öffnen. Er lässt uns sehen, wo wir nicht mehr weiter wissen, wo wir blind sind, weil wir nicht wissen wie es weiter gehen soll. Er öffnet unsere Augen und zeigt uns Wege: das ist die entscheidende Botschaft.
  4. Ich liebe diesen Johannestext, auch wenn ich ihn Ihnen heute nur in einer verkürzten Fassung vorgelesen habe, weil er sehr lang ist. Er ist ein psychologisches Lehrstück über einen Menschen, der blind ist und doch mehr sieht, mehr versteht, mehr begreift als die Sehenden um ihn herum; und über die vermeintlich Sehenden, die meinen, ja die für sich in Anspruch nehmen, alles zu wissen, zu sehen, zu verstehen, und die doch die wahren Blinden sind. „Das ist ja das Erstaunliche“, sagt der Blinde den Schriftgelehrten beim zweiten Verhör, „dass ihr nichts begreift und nichts seht; dabei bin ich doch der Blinde! Mir hat er die Augen geöffnet!
  5. Ich bin in der letzten Woche erschrocken über manche Borniertheit von Menschen. Als eigentlich jeder schon wissen musste, wie dramatisch die Situation ist, haben viele noch so getan, als ginge sie das nichts an, als wüssten sie besser, ob und wie man sich ansteckt, als hätten die Politiker und Verantwortlichen, ja selbst die Mediziner und Fachleute keine Ahnung und würden nur übertreiben. Und jetzt, wo man den Eindruck hat: endlich haben alle kapiert, dass sie zuhause blieben müssen, jetzt kommen andere, mit verrückten Verschwörungstheorien: vom Virus, der irgendwo in chinesischen Laboren gezüchtet und mit Absicht auf die Menschheit losgelassen wurde zum Beispiel. Und alle treten mit dem Anspruch auf: wir wissen, wie die Welt tickt, wie alles funktioniert. Es sind die Pharisäer unserer Zeit, die sich einbilden, alles zu wissen, dabei zeigt uns doch diese Krise eines deutlich: wir sind nicht allwissend. Wir haben nicht alles im Griff. Ein kleiner Virus kann alles lahmlegen. Jetzt ist nicht die Zeit für Besserwisserei, jetzt geht es um Vertrauen.
  6. Im Evangelium ist das das entscheidende Thema: das Vertrauen in Christus, der unsere Blindheit heilen, der uns die Augen öffnen kann. Im Zugehen auf Ostern geht es um den Glauben: um ein tieferes Sehen, ein Sehen mit dem Herzen.
  7. Und damit sind wir genau bei der Fastenzeit. Vielleicht haben wir alle nie zuvor eine so dichte Fastenzeit erlebt: jetzt geht es nicht mehr bloß um den Verzicht auf Schokolade oder Alkohol für 40 Tage. Jetzt wird uns in viel massiverem Maß Verzicht abverlangt: auf einen Großteil der sozialen Kontakte, auf Feiern, Veranstaltungen, Konzerte, Kultur, Kino. Auf unbeschwertes Ausgehen, einen Restaurant- oder Cafébesuch. Unser Radius ist eingeschränkt auf die eigenen vier Wände und bestenfalls notwendigste Besorgungen und Einkäufe. Das ist ein Hardcore-Fasten, das uns allen, ob gläubig oder nicht, jetzt abverlangt wird, und vielleicht viel länger als nur 40 Tage. In der Fastenzeit geht es darum – deshalb auch heute dieses Evangelium – dass der bewusste Verzicht ein Weg sein kann, um uns die Augen zu öffnen auf das worauf es wirklich ankommt im Leben. Ja, vieles, was uns sonst so selbstverständlich ist, ist es nicht: dieser winzige fiese Virus hat uns das brutal vor Augen geführt. Auch wenn uns der Virus nun dieses extreme Fasten aufgezwungen hat: vielleicht kann es helfen, ein wenig die alltägliche Betriebsblindheit unseres Lebens zu heilen.
  8. Vielleicht kann diese Situation, so schlimm sie ist, uns helfen, dass wir uns die Augen öffnen lassen. Dass wir sehen und wahrnehmen, wo um uns herum Menschen sind, die jetzt besonders getroffen sind und unsere Hilfe brauchen: ganz besonders die Älteren, die Einsamen, Menschen die niemanden haben, der ihnen jetzt einkaufen geht. Nicht nur voller Selbstmitleid beklagen, wie sehr es uns trifft, sondern schauen, wo Menschen noch viel schlimmer, viel existentieller getroffen sind und sich nicht mehr helfen können. Dass die Tafeln als erste geschlossen wurden, weil bei al den Hamsterkäufen nichts mehr übrig blieb, und weil eben dort die Ehrenamtlichen auch in fortgeschrittenem Alter sind und zur Risikogruppe gehören, ist für die Bedürftigen, die darauf angewiesen waren, brutal. Vielleicht kann das alles helfen dass wir mehr Fantasie aufwenden, um zu schauen, wie wir uns begegnen, wie wir füreinander da sein können, ohne den direkten Kontakt. Es gibt da so viele Möglichkeiten: über Telefon, Internet. Unsere Dekanatsjugend und das kath. Dekanat haben unter dem Stichwort: „Stay together“ eine Angebot entwickelt, wo sich Menschen melden können, die jetzt Hilfe brauchen, und Menschen, die sagen: ich kann und will in dieser Situation anderen helfen. Wir überlegen fieberhaft, wie wir auch im Gebet Miteinander und füreinander im Kontakt bleiben können. Wir laden ein, jeden Abend um 18:30 Uhr, wenn hier in der Stadt ökumenisch alle Glocken läuten, jeder für sich von zuhause und doch alle gemeinsam zu beten. Stellen sie eine Kerze ins Fenster als Zeichen der Verbindung miteinander. Beten Sie – Anregungen und jeden Tag einen Impuls dazu finden sie auf unserer Internetseite. Auch dieser Gottesdienst ist so ein Zeichen: Wir beten und feiern Eucharistie mit ihnen und für sie alle, auch wenn sie nicht hier im Dom dabei sein können. Sie können uns für diese Gottesdienste Fürbitten und Gebetsanliegen schicken: auf unserer Homepage geht das ganz leicht. Tatsächlich kann so dieses erzwungene Fasten helfen, uns die Augen zu öffnen, den Blick für das, was jetzt wirklich wichtig ist, worauf es wirklich ankommt. Vielleicht kann es am Ende zu mehr Solidarität in unserer Gesellschaft führen. Gott öffnet uns die Augen. Er öffnet auch die Herzen, wenn wir uns von ihm berühren lassen. Er ist da – auch und gerade in dieser Situation. Das glaube ich fest. Und das gibt mir in all dem viel Kraft und Hoffnung. Amen.

 

FÜRBITTEN

 

Guter Gott,

nichts ist mehr wie vorher:

die ganze Welt im Ausnahmezustand.

Du bist bei uns – in den guten und frohen Stunden unseres Lebens,

aber auch, wenn alles um uns einzustürzen droht,

in schweren Stunden und Wüstenzeiten. Wir bitten Dich:

 

Steh uns bei,

dass wir ruhig und besonnen bleiben

und die Zuversicht nicht verlieren

dass wir im Blick behalten, wer gerade jetzt unsere Hilfe braucht und wie wir helfen können

dass nicht die finsteren und selbstsüchtigen Instinkte

in uns durchbrechen

sondern Solidarität und Nächstenliebe.

 

Wir bitten dich für alle, die uns nahe stehen:

dass sie gesund bleiben oder schnell wieder genesen

dass wir in Verbindung bleiben, auch wenn wir den direkten Kontakt meiden sollen

dass wir gerade jetzt auch miteinander beten können.

 

Wir bitten für alle, die jetzt besonders gefordert sind:

die Ärzte und das Pflegepersonal.

Rettungsdienste und Katastrophenhelfer,

unsere Politiker und Politikerinnen und Verantwortungsträger,

Lehrer und Erzieherinnen,

die Verkäuferinnen und Verkäufer, die LKW-Fahrer

und alle, die unsere Versorgung sicherstellen:

um alle Kraft, die sie brauchen und dass sie selbst gesund bleiben.

 

Und wir beten für alle, die diese Krise besonders hart trifft,

die ihre Arbeit verloren haben, die um ihre Existenz bangen müssen,

besonders aber auch die Armen und Notleidenden, die Obdachlosen,

die Einsamen, die jetzt niemanden haben.

 

Höre unser Gebet auch für die, deren Not über der Corona-Krise in Vergessenheit zu geraten droht:

Die Flüchtlinge in den Lagern der Türkei, des Libanon,

in Griechenland;

Die Hungernden in den Dürregebieten Afrikas

Die unter Krieg und Terror Leidenden in Syrien und andernorts.

 

Gott,

sei Du uns Licht in Dunkelheit und Not.

Lass uns vertrauen, dass am Ende das Leben den Sieg davon tragen wird,

weil Du den Tod bezwungen hast und willst, dass wir leben.

Du bist ein Freund des Lebens, Gott.

Amen.

 

 

VERMELDUNGEN

Fastensonntag LJ A, 21./22.03.2020

1. Mindestens bis zum 19. April bleiben alle öffentlichen Gottesdienste ausgesetzt. Sie dürfen aber sicher sein, dass wir, der Kaplan, Pfarrer Wagner und ich selbst in diesen Tagen weiter Messe feiern und sie alle dabei stellvertretend vor den Herrn tragen. So bitte ich Sie alle, dass wir in diesen Tagen miteinander im Gebet verbunden bleiben, auch wenn wir nicht zum Gottesdienst zusammen kommen können. Beten wir umso intensiver in diese Fastenzeit füreinander.

2. Ich empfehle Ihnen die Aktion: „Home-Gebet“: verbinden wir uns jeden Abend um 18:30 Uhr, wenn die Glocken läuten, im Gebet. Nutzen Sie dazu die Impulse, die wir auf unserer Homepage täglich veröffentlichen. Stellen Sie eine Kerze ins Fenster als Zeichen, dass wir miteinander beten, auch wenn es jeder für sich und zuhause tut.

3.Viele Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, Polizisten, Katarstrophenhelfer haben in diesen Tagen Schilder in Kameras gehalten: „Bleiben Sie zuhause – Wir sind für sie da!“ Das möchte ich Ihnen auch im Namen unseres ganzen Pastoralteams zurufen: Bleiben sie wirklich zuhause! Wir sind gern für Sie da. Unser Pfarrbüro ist zu den üblichen Zeiten besetzt: Rufen Sie an, wenn wir Ihnen helfen können, schicken Sie uns eine Email. Machen Sie uns auch aufmerksam, wenn Sie sehen, wo Menschen vielleichtunsere Hilfe brauchen könnten.

4. Auch der Dom und die Martinskirche bleiben als Ort für das persönliche Gebet offen: auch wenn in dieser Zeit, da unsere Bewegungsfreiheit so eingeschränkt ist, nur wenige kommen: ist es ein wichtiges Zeichen: Gott bleibt für uns ansprechbar!

5. Es ist eine schwierige Situation für uns alle: Meine Bitte: Halten wir alle auch die Augen offen, wo Menschen besondere Hilfe brauchen, die sich allein in dieser Situation nicht oder nur schwer helfen können: in der Nachbarschaft, in den Familien, in der Gemeinde. Darum möchte ich Sie alle bitten.

 

SEGEN

 

Wenn der Boden unter unseren Füßen schwankt,

dann reich uns die Hand, Gott, und halte uns fest.

Wenn wir keinen Boden mehr unter den Füßen haben,

dann stelle du, Gott, uns wieder auf festen Grund.

Wenn die Erde sich auftut, uns zu verschlingen,

dann bewahre du, Gott, uns in deiner Liebe.

 

So segne und behüte euch alle, eure Familien und Angehörigen,

Nachbarn, die ganze Gemeinde und unsere Stadt

der allmächtige und gute Gott,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

 

(DLI, Ökumenische Gottesdienste, S. 111)