Schmuckband Kreuzgang

Wer die Orgel schlägt

Unsere Gemeinde schätzt sich glücklich über das Team von derzeit fünf Organisten, die unsere Gottesdienste musikalisch begleiten. Besonderen Wert legen die Organisten auf die Begleitung des Gemeindegesangs, der sich wahrlich hören lassen kann.

Unsere Organisten sind ehrenamtlich tätig. Alle sechs bis acht Wochen treffen sie sich zur Abstimmung ihres Einsatzplanes und gehen erst wieder auseinander, wenn wirklich jeder Gottesdienst und kirchliche Anlass terminlich unter Dach und Fach ist.

Erlernt haben sie das Orgelspiel auf unterschiedliche Weise: bei Privatlehrern, auf dem Konservatorium, am Institut für Kirchenmusik in Mainz oder auf der Musikhochschule. Ein Eignungsnachweis nach Prüfung beim Institut für Kirchenmusik des Bistums wird gern gesehen, ist aber nicht Voraussetzung.

Aufmerksame Kirchgänger hören ohne hinzuschauen, welcher Organist gerade die "Orgel schlägt". Alle haben sie im Laufe der Jahre ihren eigenen Stil entwickelt und sind daran zu erkennen.

Viele Gemeindemitglieder schätzen auch das Orgelnachspiel nach dem Auszug des Zelebranten und bleiben andächtig lauschend in den Bänken sitzen, bis der Schlussakkord verklungen ist.

 

Die Orgel in St. Josef

Die Orgel in St. Josef ist besonderer Erwähnung wert, weil wesentliche Elemente der Orgel aus einem Instrument stammen, das der seinerzeit sehr renommierte Orgelbauer Bernhard Dreymann (Mainz) 1854 gebaut hatte. Bei der aufwändigen Restaurierung und Erweiterung im Jahr 2019 durch die Firma Werner Bosch Orgelbau (Niestetal bei Kassel) wurde dem Rechnung getragen, und die Orgel vermittelt heute einen recht getreuen Eindruck vom ursprünglichen Klangbild.

Nachdem St. Josef diese Orgel während des zweiten Weltkriegs erwerben konnte, war die Orgelwerkstatt Körfer (Gau-Algesheim) dabei behilflich, daraus 1946 zunächst ein Provisorium für unsere Kirche aufzubauen. 1954 hat die Orgelbau-Firma Bosch das Instrument schrittweise ergänzt. Vor der jüngsten Erweiterung verfügte die Orgel über zwei Manuale und Pedal mit insgesamt 17 Registern. Nun stehen den Organisten 25 Register zur Verfügung. Manchmal bringen sie dabei auch das neue Glockenspiel zu Gehör.

Quelle: Ehm, Chr.: Zur Geschichte unserer Orgel. Beitrag in der Festschrift "90 Jahre katholische Pfarrkirche St. Josef", Darmstadt, 2001.