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Bericht zur Online-Verwanstaltungsreihe „Besondere Momente, Orte und Zeiten“:Besondere Momente, Orte und Zeiten - Seelsorge und Glaubenskommunikation mit Mildreligiösen

„Ein Hoch auf die besonderen Momente“, lautet die Aufforderung des Ökumenischen Kirchenatlas, der sich die Ergebnisse der 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung zu Herzen nimmt. In der Fortbildungsreihe geht es genau um diese besonderen Momente, die mit besonderen Orten und Zeiten verbunden sind. Gemeinsam haben sie den biographischen Bezug, es sind Momente, Orte und Zeiten, die biographisch bedeutsam sind oder biographisch gebraucht werden.
Datum:
9. März 2026
Von:
Christiane Bundschuh-Schramm, Diözese Rottenburg-Stuttgart

Der Urlaub etwa ist so eine besondere Zeit, in der man religiös ansprechbar ist, wenn man nicht zur Kirche gehen muss, sondern diese an den Strand kommt. Die katholische Bücherei kann ein besonderer Ort mit Aufenthaltsqualität sein, wenn es dort nicht nur Bücher, sondern auch Couch, Spielecke und Kaffee gibt. Auch der öffentliche Raum wird kirchlicherseits entdeckt, wenn Kirche als PopUpChurch ihr Lager für drei Stunden im Außen aufschlägt und Gespräch, Segen oder gar Fußwaschung anbietet – ohne Vorankündigung, einfach für die, die vorbeikommen. 

Der besondere Moment wiederum kann die Liebe sein, die gefeiert werden will, der Übergang in den Ruhestand, der neu gestaltet werden muss und leider auch ein größerer Notfall in Kommune oder Region, der nach einem rituellen Ausdruck verlangt. 

In den ersten vier Veranstaltungen der Reihe Besondere Momente, Orte und Zeiten wurden unterschiedliche Beispiele vorgestellt und eigene Ideen entfaltet, um als Kirche den Moment nicht zu verpassen, die Gelegenheit, in der Menschen heute Kirche suchen. Hintergrundfolien sind dabei Kirche als Ereignis (Michael Schüssler), Okkasionelle Pastoral (Joachim Först/Peter Frühmorgen) und das unscheinbare Christentum der Mildreligiösen (Kristian Fechtner). Besonders die unbekannte Mehrheit der Mildreligiösen ist von der hybriden Kirche ansprechbar, also von einer Kirche, die rausgeht, die sich im öffentlichen Raum zeigt und die Religiöses mit Freizeit, Körper und Kultur verbindet. Denn Mildreligiöse, so Fechtner, sind beides, säkular und religiös, daher hybrid. Sie praktizieren eine Religion der Dinge, Orte und Zeiten und eine Frömmigkeit des Körpers. Ihre spätmoderne Frömmigkeit wertzuschätzen und pflegen zu helfen, ist für die Kirche der Zukunft essentiell und sollte sich in ihren Programmen niederschlagen. Die Beispiele der Fortbildungsreihe stehen dafür Pate. 

Die nächste und letzte Veranstaltung dreht sich um Kasualagenturen und ihre Relevanz für größere pastorale Räume: Dienstag, 17.3. um 15-17 Uhr – Anmeldungen sind noch möglich.