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Taufe - und dann? Wie es in der Familie weitergehen kann...

Als Eltern dürfen Sie Ihr Kind Gott näher bringen. Religiöse Rituale können helfen, ihm Sicherheit und Orientierung zu geben. Lassen Sie Ihr Kind den Glauben im Zusammenleben mit Ihnen spüren, hören und erfahren kann. Üben Sie in Ihrer Familie religiöse Rituale ein, in denen sich Ihr Glaube an Gott und Ihr Vertrauen auf ihn ausdrücken können. Hier einige Anregungen - vielleicht kennen Sie noch andere aus eigenen Kindertagen:

Vertrauen einüben

Vertrauen

Kinder können durch die Geborgenheit und Verlässlichkeit, die sie in ihren ersten Lebensjahren in der Beziehung zu den Eltern erfahren, ein Grundvertrauen ins Leben erwerben. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für die seelische Gesundheit und die Entfaltung der Persönlichkeit. Damit ist nicht die naive und realitätsferne Einstellung gemeint, es werde schon alles gut gehen im Leben, sondern die Grundüberzeugung, dass man dem Leben trauen kann und dass es einen Zuspruch gibt, der über die Eltern hinausweist. Diese Grundüberzeugung und (Ur-)Vertrauen kann zu einer Kraftquelle und einem Fundament werden, das dem Menschen in späteren Krisen und Erschütterungen Halt gibt.


In den ersten Lebensjahren werden auch die Weichen gestellt für das Gottesbild, das im Kind entsteht, noch lange bevor es sprechen kann. Wenn Ihnen der Glaube an Gott wertvoll ist und Sie die Erfahrung machen, dass die Beziehung zu Gott Ihr Leben bereichert, dann wird Ihr Kind das Grundvertrauen, das es im Umgang mit Ihnen entwickelt, auch auf Gott richten. Wenn Ihnen der Glaube an Gott wichtig ist, lassen Sie Ihr Kind von Beginn seines Lebens an daran teilhaben und geben Sie ihm die Chance, in dieses Grundvertrauen ins Leben hineinzuwachsen - sei es durch Kuscheleinheiten, liebevolle Gesten, spürbaren Trost, in Gesprächen oder auch durch Vorleben in alltäglichen Situationen.

Segen

Rücken stärken und segnen

Gott hat jeden Menschen ins Leben gerufen und jedem Menschen zugesprochen: „Ich bin bei dir. Ich will, dass dein Leben gelingt.“ Im Segen wird einem Menschen genau dies immer wieder zugesagt. Das bedeutet nicht, dass Gott den Menschen vor allem Leid bewahrt. Es verheißt vielmehr, dass Gott den Menschen bei allem, was passiert, in seiner Hand halten wird. Als Eltern (oder auch als Pate bzw. Patin) sind sie eingeladen, ihr Kinder immer wieder oder auch zu gezielten Anlässen zu segnen.
Wenn Sie Ihr Kind segnen, dann lassen Sie es den Schutz Gottes auch wirklich spüren: Legen Sie ihm zum Beispiel die Hände auf den Kopf und zeichnen Sie ein kleines Kreuz auf seine Stirn. Sie können es auch liebevoll berühren und ihm damit zu verstehen geben: „So lieb hat dich Gott.“ Sprechen Sie ein Segenswort dazu - so wie wie etwa eines der folgenden Worte:

  • Gott segne dich.
  • Gott schütze und behüte dich.
  • Gott hat dich lieb.
  • Gott geht mit dir. Er ist immer bei dir.
  • ...

Tipp: Üben Sie Segensrituale ein. Segnen Sie Ihr Kind regelmäßig etwa nach dem Abendgebet mit einem Kreuz auf die Stirn und einer Segensformel. Wenn das Kind größer ist, können Sie es segnen, bevor es das Haus verlässt, eine wichtige Aufgabe oder Prüfung antritt oder auf Reisen geht.

Mit Kindern in der Bibel lesen

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Eine Kinderbibel eignet sich gut, um von Gott und Jesus zu erzählen. An sich ist die Bibel kein Kinderbuch, sondern ein Buch für Erwachsene. Es gibt allerdings Ausgaben für kleine Kinder mit großen Bildern und wenig Text, die die entsprechenden Geschichten auf das Wesentliche zurückführen und Kinder in die Botschaft von Gott und Jesus einführen. Auf unserer Seite mit Geschenkideen für die Taufe, haben wir auch ein paar Kinderbibel verlinkt.
Wenn das Kind spürt, dass Ihnen die Geschichten etwas bedeuten, dass sie für Ihr Leben wichtig sind, schaffen Sie die Voraussetzung dafür, dass dies auch für Ihr Kind so werden und es eine lebendige Beziehung zu Gott entwickeln kann.

Mit Kindern von Gott sprechen

Wunderbares Staunen

Kinder sind von Natur aus religiös. Wenn sie anfangen, zu sprechen und den Dingen durch ihre Warum-Fragen auf den Grund gehen, machen sie sich Gedanken über Gott und die Welt. Sie bringen Erwachsene oft zum Staunen und überfordern sie. Viele Eltern fühlen sich hier herausgefordert, häufig aber auch unsicher. Grundsätzlich ist wichtig: Was immer Sie Ihrem Kind auf seine Fragen antworten: Seien Sie glaubwürdig. Sagen Sie ihm das, was Sie glauben und wovon Sie überzeugt sind. Kinder haben ein feines Gespür für das, was echt, und das, was vorgeschoben ist. Erklären Sie eine Frage nicht weg, verharmlosen Sie nicht. Widerstehen Sie der Versuchung, mit „dem lieben Gott“ alles erklären zu wollen. Kinder erkennen früh, dass unsere Welt nicht „heil“ ist, dass es Krankheit, Sterben und Tod gibt.

Tipp: Setzen Sie sich nicht unter Druck. Nicht jede Frage braucht (sofort) eine Antwort. Stellen Sie sich mit Ihrem Kind auf die fragende Seite. Staunen Sie zusammen mit Ihrem Kind über solche Fragen und Zusammenhänge, die geheimnisvoll bleiben. Bestärken Sie Ihr Kind darin, solche Fragen zu stellen und sie auch an Gott zu richten. Sagen Sie ihm, dass es bei manchen Fragen lange braucht, um eine Antwort zu finden. Oder fragen Sie nach dem, was es selber zu dieser Frage denkt. Lassen Sie sich die Vorstellungen beschreiben. Sie ermutigen Ihr Kind dadurch in neue geistige Räume vorzudringen. Mit Staunen und Fragen ist Ihr Kind dem Geheimnis des Lebens und des Glaubens auf der Spur. Das wird im Leben mehr helfen als (zu) schnelle Antworten, die später nicht mehr tragen.

Mit dem Kind beten

Kindergebet

Im Gebet wendet sich der Mensch direkt an Gott und spricht ihn an. Was immer ihn bewegt, darf er Gott sagen: Freude oder Kummer, Dank oder Ärger, Hoffnung oder Zweifel. Wenn Sie Ihr Kind in den Glauben einführen möchten, dann beten Sie mit ihm. Nehmen Sie es mit in Ihre Beziehung zu Gott. Es ist nie zu früh dafür. Wenn ein Kind erlebt, dass Mutter und Vater persönlich mit Gott sprechen, sich vertrauensvoll an ihn wenden, dann kann es erfahren, dass Gott wichtig ist, dass er jemand ist, der zum Leben dazugehört und dessen Da-Sein gut tut. Dazu muss ein kleines Kind noch nicht verstehen können, was die Eltern Gott sagen. Entscheidend ist, was Ihr Kind von der Atmosphäre und Ihrer Haltung beim Beten spürt.

Anlässe für Gebete

Beten kann man generell immer. Hilfreich sind wiederkehrende Anlässe, um sich die Zeit fürs gemeinsame Gebet zu nehmen. Das kann das Tischgebet vor dem Essen sein oder auch das abendliche Gebet vorm Schlafengehen. Das gemeinsam gemachte Kreuzzeichen oder die gegenseitig gereichten Hände können zum Zeichen des Beginn Gebets werden und die kurze Alltagsunterbrechung einleiten.  Wichtig sind weder Länge des Gebets noch Perfektion bei der Wahl der Wörter. Vielmehr kommt es auf die Haltung an: Wenn spürbar wird, dass wir nicht alles in der Hand haben und dass wir Nahrung und Zuwendung von anderen brauchen, damit es uns gut geht und dass Gott ein guter Adressat ist, bei unsere Bitten und unser Danke gut aufgehoben sind, dann tun Sie sich und Ihrem Kind mit dem Gebet was Gutes und Wertvolles.

Auch vorformulierte Gebete sind hilfreich. Werden Sie öfter gesprochen, stellt sich auch hier eine Vertrautheit ein und ensteht ein Ritual. Auf unserer Seite mit Geschenkideen für die Taufe, haben wir auch ein paar Bücher mit Gebeten benannt. Die wohl einfachste und persönlichste Form bleiben die Gebete, die im Sprechen entstehen. Erzählen Sie beim Nachtgebet selbst oder mit Ihrem Kind Gott von dem, was sie am Tag bewegt hat. Es geht dabei nicht um einen vollständigen Tagesbericht, sondern das Erlebte mit Ihrem Kind und mit Gott zu teilen. Schönes und Trauriges darf zur Sprache kommen. Auch an Menschen, die Ihnen oder dem Kind am Herzen liegen können erwähnt werden.

Den Namenstag als Tauferinnerungstag feiern

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Der Tauftag oder der Namenstag (Gedenktag der Namenspatronin bzw. des Namenpatrons) ist eine Einladung, sich an die Taufe des Kindes zu erinnern, sich zu freuen und Danke dafür zu sagen, dass Ihr Kind zur Gemeinschaft der Christen und Christinnen gehört – derer, die mit uns leben und derer, die vor uns gelebt haben. Es kann zum guten Brauch werden, in Erinnerung an die Taufe am Namenstag oder am Tauftag die Taufkerze anzuzünden. Wenn das Kind alt genug ist, erzählen Sie ihm die Lebensgeschichte seines Namenspatrons. Geschenke sind nicht der Kern des Namenstages, können aber eine Geste sein, dass das Kind wichtig ist und die Eltern sich an ihm freuen. Das Lieblingsessen, einen besonderen Nachtisch aufzutischen oder eine WhatsApp, Brief oder gar Besuch der Pat:innen ist auch eine Form, das Besondere dieses Tages für das Kind hervorzuheben und ihm damit eine Freude zu machen.

Brief

Briefe schreiben

Halten Sie Ihre persönlichen Erinnerungen an die Taufe Ihres Kindes fest. Schreiben Sie einen oder auch mehrere Brief, den oder die Sie Ihrem Kind zur Erstkommunion, Firmung und/oder Volljährigkeit schenken. So unmittelbare Eindrücke aus der frühestens Kindheit werde später bestimmt kostbar sein für Ihr Kind. In den Briefen können Sie all das packen, was Sie für Ihr Kind festhalten wollen:

  • Eindrücke und Erlebnisse vom Tag der Taufe
  • Überlegungen zum gewählten Namen
  • Gedanken zur Wahl der Patin bzw. des Paten
  • Wünsche, die Sie Ihrem Kind mit auf den Lebensweg geben
  • Erlebnissen rund um die Geburt oder ersten Wochen zu Hause
  • ...

Tipp: Handgeschrieben hat so ein Brief nochmal einen besonderen Wert. Vielleicht wollen Sie auch etwas besonderes beilegen wie z.B. den Liedzettel, besondere Glückwunschkarten etc.

Den Sonntag begehen

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Der Sonntag ist der Tag der Auferweckung Jesu. Dafür können wir Gott danken und ihn loben. Der gemeinsame Gottesdienst kann Kraft und Orientierung für den Alltag geben. Gehen Sie gerne mit Ihrem Kind immer wieder zum Gottesdienst. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihr Kind sich schwer tut, stillzusitzen und zuzuhören. Es sollte normal sein, dass Kinder sich wie Kinder benehmen und sich auch während des Gottesdienstes bewegen und umhergehen. Alles will eingeübt und gelernt sein.

Geben Sie den Anspruch auf, dass ein Kind alles verstehen muss. Erwachsene können das auch nicht! Es kommt auch hier auf Ihre Haltung an. Tipp: Vielleicht ist es auch für alle angenehmer, wenn Sie sich mit anderen Familien zum Gottesdienst verabreden. Das motiviert meist Eltern und Kinder.

Kinder- oder Krabbelgottesdienste 

Kindergottesdienste sind kurzweilige Gottesdienste, in denen kindgerecht vermittelt wird, dass Gott uns in Jesus Christus nahe ist und voll Zuwendung an unserem Leben teilnimmt. Die Zugangsweisen über (Bibel-)Geschichten, Lieder und Aktionen sind dem Fassungsvermögen kleiner Kinder angepasst. Meist werden diese Gottesdienste von Eltern vorbereitet und auch geleitet. Daher sind diese Gottesdienste auch gut geeignet, um Kontakt zu Familien zu bekommen, denen die Einführung ihrer Kinder in den Glauben ebenfalls am Herzen liegt. Fragen Sie gerne in Ihrer Gemeinde nach.

elternbriefe

Elternbriefe "du + wir"

Die Elternbriefe du + wir begleiten die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder. Von der Geburt bis zum 9. Lebensjahr bekommen sie Informationen zur kindlichen Entwicklung, Anregungen zur Gestaltung des Familienlebens und eine Vielzahl praktischer Tipps. Insgesamt gibt es 45 zum Alter und der Entwicklungsstufe des Kindes passenden Briefe.

Sie können die Elternbriefe online auf der Seite www.elternbriefe.de lesen oder herunterladen. Aufgrund der stetigen Portoerhöhungen werden Sie leider nicht mehr per Post verschickt. Alternativ können Sie sich die Briefe aber per Mail schicken lassen oder über die App lesen.

Neben den altersgemäßen Elternbriefen gibt es auch mehrere thematische Elternbriefe, die Sie hier finden und ebenfalls bestellen können. Es gibt auch einen zur Taufe...

Kess logo

Elternkurse "Kess erziehen"

Das Katholische Bildungswerk im Bistum Mainz bietet seit vielen Jahren ein besonderes Angebot für Eltern: "Kess erziehen" vermittelt Eltern viele praktische Anregungen für den Erziehungsalltag. Und, noch wichtiger: eine Einstellung, die das Zusammenleben in der Familie erleichtert. Zentrales Thema ist es, die Erziehungskompetenz von Eltern zu stärken und Mut zu machen für das Leben mit Kindern. 

Gemeinsame Ziele, verschiedene Kurse

Die verschiedenen Elternkurse von Kess-erziehen setzen bei den Erfahrungen der Väter und Mütter an. Sie nutzen die Ressourcen aus den konkreten Erziehungssituationen der teilnehmenden Eltern, um deren Erziehungs- und Handlungskompetenz zu fördern. Dabei geht nicht um Patentrezepte, die immer und überall gültig sind, sondern um eine achtsame und respektvolle Haltung und um einen konsequenten Umgang miteinander.

Die einzelnen Kurse sind klar strukturiert: Impulsvorträge erläutern wichtige Inhalte. Übungen ermöglichen Vätern und Müttern, ihren Erziehungsstil weiterzuentwickeln. Konkrete Anregungen für zu Hause helfen, neu gewonnene Handlungsalternativen direkt in die Erziehungspraxis umzusetzen. 

Schatz_Sucherinnen

Schatz.Sucherinnen - Ein Instagramprojekt für Familien mit Kita-Kindern

Auf Instagram finden Sie kreative Anregungen fürs ganze Jahr, viele Alltagsentdeckungen und hübsch wie liebevoll aufbereitet – kleine Schätze aus dem Leben mit und für Kinder im Kindergartenalter und deren Eltern. Das Team um Angela, Nadja und Simone von den  @schatz.sucherinnen aus dem Bistum Mainz lädt ein zur Schatzsuche - im Alltag mit Kinder, im Jahreskreis und in der Natur. 

Weitere Infos rund um die Kindertaufe...