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Die Feier der Taufe - Ablauf und Gestaltung der Liturgie

Ein Taufgottesdienst ist einerseits ein ganz "normaler" Gottesdienst wie jeder andere auch. Aber natürlich ist er auch ein besonderer Gottesdienst, in dem es eine Menge Möglichkeiten für Eltern, Paten, Familie und Freunde gibt, mitzumachen und die Taufe so besonders persönlich zu gestalten. Sie sind eingeladen, sich einzubringen - mit Liedvorschlägen, Gebetsanliegen oder Segenswünschen. Generell gilt es, den Ablauf und die Möglichkeiten der Mitgestaltung mit den Engagierten in der Taufvorbereitung oder den Seelsorger:innen vor Ort durchzusprechen. Die Hinweise hier wollen nur eine Anregung sein, was möglich ist. Manche Pfarreien haben auch eigene Materialien zur Gestaltung der Taufgottesdienste zusammengestellt, die sie Eltern zur Verfügung stellen.

Bevor Sie in konkrete Planungen und Überlegungen einsteigen, sollten Sie klären, in welchem Rahmen Sie die Taufe in Ihrer Gemeinde wollen und können. Es gibt generell die Möglichkeit die Taufe auch im (normalen) Sonntagsgottesdienst zu feiern oder aber als eigenständige Taufgottesdienste (ggf. auch mit anderen Tauffamilien gemeinsam). Der Gestaltungsspielraum in eigenen Taufgottesdiensten ist in der Regel etwas größer als im Gemeindegottesdienst. Der Ablauf der Taufe an sich ist in beiden Gottesdiensten gleich.
Einen ausführlichen Ablauf - wie ihn die liturgischen Bücher vorsehen - finden Sie auf den Seiten der Erzbistums München-Freising oder mit Erläuterungen und Hintergründen in einem Magazin für Taufeltern des Bistums Münster [Direktlink zum PDF].

Gottesdienstablauf

Eröffnung des Gottesdienstes

Zu Beginn der Tauffeier werden Sie als Eltern dannach gefragt, was Sie von der Kirche erbitten. Der Taufspender fragt nach der Bereitschaft der Eltern und Paten, das Kind auf dem Glaubensweg zu begleiten. Mit einem Kreuz auf die Stirn begrüßt der Priester bzw. Diakon stellvertretend für die Kirche und die Gemeinde den Täufling. Nach ihm bezeichnen auch die Eltern, Patin oder Pate (und ggf. die Geschwisterkinder) den Täufling mit dem Kreuz.  Ein Gebet schließt die Eröffnung ab.

Wortgottesdienst

Im Zentrum des Wortgottesdienstes steht die Lesung(en) aus der Bibel. Wenn Sie für Ihr Kind einen biblischen Taufspruch gewählt haben, kann er hier ggf. aufgegriffen werden. Nach der Predigt folgt die Anrufung der Heiligen (als Vorbilder im Glauben, Zeichen der Gemeinschaft und Unterstützung), die Fürbitten und ein Gebet zum Schutz vor dem Bösen.

Tauffeier

Nach einem Lobpreis und Gebet über dem Wasser, bezeugen Eltern, Paten und Gemeinde ihren Glauben und die Absage an das Böse. Dieses Bekenntnis ist die Grundlage für die sich anschließende eigentliche Taufe - das dreimalige Übergießen mit dem Taufwasser. Danach wird in verschiedenen - so genannten - ausdeutenden Riten deutlich, was die Taufe bedeutet (siehe Bilder mit den entsprechenden Erläuterungen): Ihr Kind wird mit Chrisam gesalbt, mit einem weißen Taufgewand bekleidet. Die Taufkerze wird entzündet und ggf. der Effata-Ritus vollzogen.

Abschluss

Insofern die Taufe nicht in einer Eucharistiefeier stattfindet, folgt der Abschlus der Liturgie mit dem Vater Unser, dem Segen und der Entlassung.

Oft gestellte Fragen rund um den Gottesdienst

Das Taufkleid ist ein wichtiges Symbol im Glauben. Falls Sie keines kaufen möchten, fragen Sie in der Pfarrei nach. Es gibt weiße Umhänge, die man dem Kind anziehen oder auflegen kann. In manchen Familien ist es Tradition, das Taufkleid von Generation zu Generation weiter zu vererben.

Dafür sind in aller Regel Sie zuständig. Taufkerzen können in verschiedenen Geschäften oder auch im Internet gekauft werden. Alternativ kann eine Taufkerze auch selbst gestaltet werden. Vielleicht ist es ein schönes Geschenk der Patin bzw. des Paten.

Materialien zum Gestalten finden Sie in jedem gut sortierten Bastelladen. Auf die Kerze gehören zunächst Name und Taufdatum. Als weitere Elemente werden meist Bilder oder Symbole gewählt, die etwas über den Sinn der Taufe sagen. Ggf. können Sie sich bei der Auswahl der Motive vom Bibeltext der Tauffeier oder dem Taufspruch inspirieren lassen.

Gerne dürfen Sie Taufbrunnen oder -Becken und Kirche mit Blumen schmücken. Häufig ist auch ein minimalistischer Schmuck (weiße Schleifen, grüne Zweige) schon sehr schön. Wie das in den einzelnen Pfarreien gehandhabt wird, besprechen Sie am besten auch mit dem Pfarrer, bzw dem Küster/der Küsterin.

Ja, das ist bei den meisten Taufen möglich und sogar wünschenswert, denn Kinder bekommen so noch einmal unmittelbaren Bezug zu ihrer eigenen Taufe. Kinder könnten ihre Taufkerzen mitbringen, Fürbitten oder ein kleines gemeinsames Gebet für den Täufling sprechen. Ggf. können ältere Kinder auch dem Taufspender assistieren und benötigte Gegenstände halten. Am besten sprechen Eltern Ideen und Wünsche zur Gestaltung der Tauffeier vorher mit dem Pfarrer ab. Auch bei einer Familienfeier nach der Taufe können die anderen Kinder etwas für den Täufling basteln, etwa einen Baum aus Tonpapier mit Wünschen oder ähnliches.

In aller Regel ist das kein Problem. Wie Sie es mit dem Fotografieren oder Filmen während der Taufe konkret handhaben möchten, sollten Sie mit dem Taufspender im Vorfeld abstimmen. Nicht jeder mag es, von mehreren Kameras und Smartphones gleichzeitig gefilmt oder fotografiert zu werden. Am besten ernennen Sie einen Ihrer Gäste zum Fotografen und stellen die Bilder im Nachhinein allen zur Verfügung. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn mehrere Kinder gleichzeitig getauft werden.

Taufe

Taufe

Mit dreimaligen Übergießen (oder Untertauchen) mit dem Wasser spricht der Taufspender: "N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Das ist der zentrale Ritus der Taufe. In Handlung und Worten kommt der Glaube an den dreifaltigen Gott zum Ausdruck.

Chrisamöl

Chrisamöl

Das Kind wird mit duftendem Chrisam-Öl gesalbt. Das Wort "Chrisam" ist verwandt mit dem Wort "Christus", was "der Gesalbte" bedeutet. Das Kind gehört durch die Taufe zu Christus. Im Alten Testament wird erzählt, dass Menschen durch Salbungen zu Propheten, Königen und Priestern erwählt wurden. Diese Würde (und Verantwortung) wird in der Taufe auf alle Christ:innen übertragen. 

Taufkleid

Taufkleid

Das Taufkleid ist ein Zeichen der Christusgemeinschaft. Die Kraft Christi ist um uns wie ein Gewand, das Gott uns bereithält, damit wir es anlegen. Das Kind hat durch die Taufe eine ganz besondere Würde als Christ:in (Gal 3,27).

Taufkerze

Taufkerze

Die Taufkerze ist - wie die Osterkerze der Pfarrgemeinde - Symbol des auferstandenen Christus. Er ist das Licht der Hoffnung und Orientierung für unseren Lebensweg. Das Kind empfängt diese Lebenshoffnung durch die Gemeinschaft der Glaubenden. Der Funke des Glaubens soll auf sein Leben überspringen. So kann es selbst zu einem Licht für die Menschen werden. Eltern oder Pate/Patin übernehmen die Kerze stellvertretend.

Effata-Ritus

Effata-Ritus

Dieser Ritus, der vom Zelebranten vollzogen werden kann (aber nicht muss), ist eine Segensbitte für das Kind, das mit offenen Sinnen Jesu Botschaft hören und als wacher Mensch leben soll. Es greift eine Erzählung aus dem Markusevangelium auf, wo Jesus einen Taubstummen heilt und dafür das aramäische Wort "Effata!" ("Öffne dich!") spricht. Beim Gebet berührt der Zelebrant Ohren und Mund des Kindes.

Beispielhafte Mitgestaltungsmöglichkeiten

8 Bilder

DIe Tradition der Taufsprüche kommt eher aus der Tradition der evangelischen Kirche, findet sich aber auch immer öfter bei katholischen Tauffeiern. Vielleicht wollen auch Sie Ihrem Kind einen besonderen Bibelvers mit auf den Weg ins Leben geben.

  • Der Herr behüte dich vor allem Bösen, er behüte dein Leben (Psalm 121,7)
  • Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen (Psalm 23,1)
  • Mit meinem Gott überspringe ich Mauern (2 Samuel 22,30)
  • Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade (Psalm 119,105)
  • Alles kann, wer glaubt (Markus 9,23)
  • Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott (Jesaja 41,10)
  • Denn ihr seid zur Freiheit berufen (Galater 5,13)
  • Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm (1. Johannes-Brief 4,16b)
  • ...

Eine Sammlung von beispielhaften Gebeten - Sie können und dürfen natürlich auch selbst Gebete formulieren.

Gebet der Eltern um gute Begleitung

Guter Gott, du hast uns dieses Kind geschenkt. Wir danken dir dafür. Gib uns Kraft und Geduld, es auf seinem Weg ins Leben zu begleiten. Hilf uns, ihm ein gutes Vorbild zu sein. Guter Gott, wir danken dir für alle, die uns auf diesem Weg unterstützen und unserem Kind Wegbegleiter:innen werden. Voll Vertrauen hoffen wir darauf, dass du bei uns allen bist und uns segnest und behütest. Amen.

Gebet der Eltern für ihr Kind (Segensgebet, 4. Jahrhundert)

Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst. 
Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen. 
Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.

Gebet für die Hochs und Tiefs des (Familien-)Alltags

Gott, unser Kind wird heute getauft.
Jeden Tag geht dein Segen mit ihm - in Freude und Glück, in Enttäuschung und Trauer. Dafür danken wir dir.
Du hast uns dieses Kind anvertraut. 
Gib uns den Mut, deine Zeugen zu sein - gerade in den Stunden des Alltags, mitten in Arbeit und Eile, in Müdigkeit und Missverständnissen.
Dein guter Geist leite uns. Er schenke uns Geduld.
Er lasse uns gegenseitig verzeihen und Frieden schließen und auch wieder lachen.
Wenn unser Kind uns fragt nach dem Sinn des Lebens, dann lass uns nicht ausweichen;
lass uns erzählen von Jesus Christus, von deiner Nähe und von deiner Liebe, die uns allen gilt.
Lass uns im Glauben eins werden mit unserem Kind.
Denn du hast uns alle gesegnet. Amen.

Dreiteiliges Gebet der Eltern, Patin bzw. Pate und der Gemeinde 

[Eltern] 
Gott, wir danken dir als die Eltern dieses Kindes N.N.,
dass es gesund auf die Welt gekommen ist,
dass uns sein Lachen Lebensfreude schenkt,
dass uns sein Schreien unsere Aufgabe am Leben bewusst macht.

[Patin oder Pate]
Gott, wir danken dir als die Paten dieses Kindes N.N.,
dass wir miteinbezogen sind in die Freude der Eltern,
dass wir mitwirken dürfen an der Aufgabe der Erziehung,
dass wir verantwortlich sind für ein Stückchen lebenswerter Zukunft.

[Pfarrer/Diakon oder andere Vertreter:in der Gemeinde]
Gott, wir danken dir als die Gemeinde dieses Kindes N.N.,
Hier darf sich auch dieses Kind geborgen fühlen.
Hier sind wir Zeug:innen deiner Liebe im Zeichen der Taufe.
Segne dieses Kind und alle, denen sein Leben anvertraut ist.
Amen.

Sie können - wenn Sie das wollen - im Gottesdienst nach der Taufe auch ganz persönliche Worte an die Gemeinde bzw. ihr Kind richten, wie z.B. folgende Sätze: 

Liebe:r N., wir haben dich taufen lassen, denn es ist uns wichtig, dass du deinen Weg mit Gott möglichst früh beginnst. Gott soll dich auf all deinen Wegen begleiten und beschützen. Auch wir möchten an deinem Leben teilhaben und dich in unserem Glauben erziehen. Das haben wir, deine Eltern und deine Paten, versprochen. Wir erbitten Gottes Schutz für dich. So wie er uns in unserem bisherigen Leben behütet und getragen hat, so erhoffen wir Gottes Liebe auch für dich. Durch die Taufe und die Feier möchten wir dir zeigen, dass du uns sehr wichtig bist und dass wir dich lieben. Aus dieser Liebe wirst du auch in Zukunft Kraft schöpfen. Du kannst auf uns bauen. Wir werden für dich da sein und dir in allen Lebenslagen zur Seite stehen. Auch deine Großeltern sind für dich da. Wir möchten ihnen jetzt schon dafür danken. Mögest du in deiner Familie immer treue Begleiter durch dein Leben finden.

Oder auch solche:

Liebe:r N., wir können es noch gar nicht fassen. Du bist so ein wertvolles Geschenk für uns. Es dauert noch lange, bis du dein Leben selbst in die Hand nehmen kannst. Bis dahin wollen wir auf dich aufpassen und Verantwortung für dich tragen. Wir wollen dich lieben und beschützen, uns mit dir freuen und deinen Kummer mit dir teilen. Wir versprechen dir, immer für dich da zu sein, und danken Gott, dass du bei uns bist.

 

 

Sie können die Lieder, die Sie bei Ihrer Tauffeier singen, in Rücksprache mit dem Taufspender selbst auswählen. Sie finden im Folgenden einige Vorschläge. Sie können selbstverständlich auch andere Lieder auswählen. Denken Sie aber bitte daran: Bekannte Lieder singen Ihre Gäste eher mit als unbekannte. Wenn Sie eher unbekanntere Lieder ausgesucht haben, singen Sie sie vor der Tauffeier mit allen Gästen mal durch. Das lockert sie Stimme und macht Mut zum Mitsingen.

Zum Beginn oder zum Abschluss

Da berühren sich Himmel und Erde (beh 23)

Das ist der Tag, den Gott gemacht (GL 329)

Gott, der du alles Leben schufst (GL 887)

Kind, du bist uns anvertraut (GL 890)

Lobet und preiset ihr Völker den Herrn (GL 408)

Manchmal feiern wir mitten im Tag (GL 472)

Unser Leben sei ein Fest (beh 198)

Vater, du hast uns einen Namen geschenkt (beh 204)

Vergiss es nie bzw. Du bist du (beh 206)

Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 423)

Zur Schriftlesung

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht (GL 450)

Herr, gib uns Mut zum Hören (GL 448)

Schweige und höre (GL 832)

Fürbittlied

Segne dieses Kind (GL 490)

Das wünsch ich sehr (beh 29)

Zum Glaubensbekenntnis

Fest soll mein Taufbund immer stehen (GL 888)

Ich bin getauft und Gott geweiht (GL 491)

Nach der Taufe

Die ihr auf Christus getauf seid (GL 488)

Jesus Christ, you are my life (beh 331)

Lasst uns loben (GL 489)

Zum Segen

Bewahre uns Gott, behüte uns, Gott (GL 453)

Herr, wir bitten: Komm und segne uns (beh 100)

Komm, Herr, segne uns (GL 451/beh 134)

Keinen Tag soll es geben (beh 128)

Die Gotteslobnummern (GL) beziehen auf das Gotteslob in der Ausgabe für das Bistum Mainz. Die Nummern mit dem "beh" beziehen sich auf das Liederbuch "beherzt", das viele Gemeinden in unserem Bistum nutzen.

In Rücksprache mit dem Taufspender können Sie gerne auch Fürbitten vorbereiten. Sie können von Freunden, der Familie oder auch älteren Geschwistern im Gottesdienst vorgretragen werden. Wenn Sie selbst Fürbitten schreiben wollen, achten Sie bitte auf Folgendes: Fürbitten sollen kurz und knackig sein. Für-Bitten sind Bitten für etwas. Keine Wünsche, nicht belehrend, nicht moralisierend.

Bereiten Sie bitte ca. 4-7 Fürbitten vor, die folgende Themen abdecken können: für die Täuflinge, für die Familie, Eltern, Verwandtschaft, Paten, Freunde, Nachbarn, für Kranke, um Gesundheit, eine gute OP, für notleidende Menschen in der Welt / für die Kinder in der Welt / für den Frieden / für die Kirche, die Christen in der Welt, für die Einheit der Kirche, für den Papst, für die Verstorbenen N.N. für…

Und wer es noch etwas ausführlicher möchte...

Weitere Infos rund um die Kindertaufe...