Zum Inhalt springen
Themenportal: Sakramente

Schön, dass Sie Interesse an der Erwachsenentaufe haben...

Es kommt immer wieder (und erfreulicher Weise auch immer häufiger) vor, dass sich Erwachsene, die bisher nicht getauft sind, sich für die Taufe interessieren und sich dafür entscheiden als Erwachsene Christ zu werden. Vielleicht trifft das ja auch auf Sie zu?! 

Auf der Seite haben wir versucht einiges Wissenswertes und Hilfreiches für Interessierte an der Erwachsenentaufe zusammenzustellen. Melden Sie sich gerne, wenn Sie weitere Informationen brauchen.

Vom Normalfall zur Ausnahme

Wasser

Wussten Sie, dass in den ersten christlichen Gemeinden ausschließlich Erwachsene getauft wurden? Es war der normale Weg, Christ:in zu werden. Erst mit den gesellschaftlichen Veränderungen und der immer größeren Verbreitung des Christentums kommt seit dem 5. Jahrhundert die Kindertaufe auf und machte die Taufe Erwachsener zunehmend zur Ausnahme.

Alle, die in den ersten Jahrhunderten Interesse am christlichen Glauben hatten, wurden im so genannten Katechumenat auf die Taufe vorbereitet. Das Katechumenat als Vorbereitungszeit erstreckte sich über zwei bis drei Jahren, in denen man im Glauben unterwiesen und mit dem Christsein vertraut gemacht wurde. Menschen, die einen Katechumenat absolvieren, wurden zu Katechumenen (Taufbewerber:innen).  Der Weg war begleitet und strukturiert über viele verschiedene Feiern und Gottesdienste und mündete in der Taufe im Rahmen der Osternacht. Neben der Taufe wurde dabei auch die anderen Sakramente der Eingliederung in die Kirche (Firmung und Eucharistie/Kommunion) gefeiert.

Im letzten Jahrhundert hat das II. Vatikanische Konzil das Katechumenat als Form der Vorbereitung von Erwachsenen auf die Taufe wieder entdeckt und eingeführt. Daran orientiert sich auch die Vorbereitungsangebote in unserem Bistum.

Die Vorbereitung heute

Katholisch werden - Symbolbild

Damit Sie Gelegenheit haben, den christlichen Glauben und das Leben als Christ gut kennenzulernen, geht der Taufe auch heute eine längere Zeit - normalerweise von etwa einem Jahr - voraus in der Sie, allein oder zusammen mit anderen Interessierten, auf Ihrem Weg des Christwerdens begleitet werden. Wenn Sie sich dann endgültig für das Christsein entscheiden, lassen Sie sich taufen und werden damit in die Kirche aufgenommen.

In der Vorbereitungszeit lernen Sie den Glauben kennen, erleben das Kirchenjahr mit und können oft schon ein wenig mit einer Gemeinde vertraut werden. Auch die Praxis des Betens und die Mitfeier des Gottesdienstes werden eingeübt und die Bedeutung des Glaubens für die Lebensgestaltung und den Alltag in den Blick genommen. Hier ist auch Raum für Gespräche über die persönlichen Glaubens­erfahrungen und Fragen der Taufbewerber:innen.

Je nach dem, wo Sie in unserem Bistum wohnen, kann der Katechumenat in Einzelheiten verschieden gestaltet sein. In der klassischen Form strukturieren mehrere gottesdienstliche Feiern die Schritte auf dem Weg zur Taufe. Während dieser Zeit können die Taufbewerber:innen selbstverständlich ohne jeden Druck jederzeit entscheiden, ob er den begon­nenen Weg fortsetzen möchte oder nicht. Wenn der Entschluss, sich taufen zu lassen, weiter gereift ist, bitten die Taufbewerber:innen einige Wochen vor dem geplanten Tauftermin um die Zulassung zur Taufe.

Die "Zulassung" kann dann in einem Gottesdienst geschehen - etwa zu Beginn der Fastenzeit, wenn die Taufe in der Osternacht gefeiert werden soll. Hier findet auch - als Angebot - jährlich auch eine Zulassungsfeier zur Erwachsenentaufe mit dem Bischof im Mainzer Dom statt. Damit beginnt dann noch einmal eine intensive Phase der engeren Vorbereitung, in der vor allem geistliche Aspekte im Vordergrund stehen, ehe schließlich die Taufe gefeiert wird. 

Auch nach der Taufe sollen die Neugetauften beim weiteren Hineinwachsen in ihr Leben als Christ:in begleitet werden - das ist dann insbesondere die Aufgabe der Pat:innen, aber auch der ganzen Gemeinde.

Angebote in unserem Bistum

Glaube kommt vom Hören und vom gemeinsamen Austausch. Deswegen ist die Vorbereitung in einer Gruppe wünschenswert. Mit dem Pastoralen Weg strukturiert sich derzeit das Bistum Mainz neu. Geplant ist, dass es perspektivisch in jeder Region des Bistums ein Angebot zur Vorbereitung auf die Erwachsenentaufe geben soll - ggf. auch in Kombination mit Interessierten an der Erwachsenenfirmung oder denjenigen, die zur katholischen Kirche konvertieren oder wieder eintreten möchten.

Bis diese regionalen Angebote stehen, bitten wir Sie, sich an das Pfarrbüro vor Ort zu wenden und dort nach entsprechenden Angeboten zu fragen.

Oft gestellte Fragen

Heute nicht mehr – da seit einigen Jahrzehnten bei uns nicht mehr (wie früher einmal) fast alle Kinder getauft werden und es damit auch mehr ungetaufte Erwachsene gibt, kommt es heute relativ häufig vor, dass Erwachsene nach der Taufe fragen.

Auch entscheiden sich manche Zuwanderer:innen oder auch Geflüchtete, die aus anderen Religionen stammen und hier das Christentum kennengelernt haben, für die Taufe.

Christ:in zu werden dauert seine Zeit! Sich taufen zu lassen ist eine wichtige Entscheidung, und Sie sollen die Möglichkeit haben, den Glauben, zu dem Sie ja sagen möchten, wirklich kennenzulernen. 

Wenn Sie einen Grund zur Eile haben, sprechen Sie am besten mit der:dem Seelsorger:in darüber, der bzw. die Sie auf dem Weg zur Taufe begleiten wird.

Es ist sinnvoll, wenn Sie nach Möglichkeit in einer Gemeinde ins Christsein hineinwachsen und getauft werden, wo Sie vielleicht schon erste Kontakte haben und/oder sich immer mehr zuhause fühlen können. Das kann neben der Gemeinde am Wohnort auch eine andere Pfarrgemeinde oder z.B. eine City- oder Jugendkirche, eine Hochschulgemeinde oder ein Kloster sein.

Ihre Wohnort-Pfarrei finden Sie über die Pfarreisuche.

Weder für die Taufe selbst noch für die Vorbereitung müssen Sie in aller Regel etwas bezahlen. Nach der Taufe tragen Sie dann als katholische:r Christ:in ggf. durch Ihre Kirchensteuer zur Arbeit der Kirche bei.

Das Patenamt hat in der Kirche eine sehr lange Tradition und kam mit der Entwicklung des Katechumenats auf. Jeder Katechumenen brauchte eine Person, die bereits Christ ist und sie bzw. begleitet und in der Vorbereitunsgzeit - aber auch darüber hinaus - unterstützt und bestärkt. In den frühen Gemeinden musste die Patin bzw. der Pate außerdem für die Ernsthaftigkeit der:s Bewerber:in bürgen.

Weil die Patin bzw. der Pate begleitet die:den Taufbewerber:in auf dem Glaubensweg und zu den Sakramenten begleiten und dabei auch die eigenen Erfahrungen mit den Sakramenten einbringen soll, gibt es - wie beim Patenamt im Rahmen der Kindertaufe - kirchenrechtliche Vorgaben für das Patenamt. Taufpat:innen müssen selbst katholisch getauft und gefirmt sein und dürfen nicht aus der Kirche ausgetreten sein. Das Kirchenrecht sieht außerdem ein Mindestalter von 16 Jahre vor. Mutter und Vater können das Patenamt nicht übernehmen.

Die Bedingungen, die das Kirchenrecht an das Patenamt stellt, spiegeln die besondere Verantwortung und Wichtigkeit dieser Aufgabe. Nicht jede:r, die oder der als Pat:in von den Eltern angefragt wird, kann diese Bedingungen erfüllen. Wenn das der Fall ist, sprechen Sie mit den Verantwortlichen in Ihrer Wohnortpfarrei. Vielleicht können Sie gemeinsam eine Lösung finden.

Die Taufe ist Zusage und Zeichen der Liebe Gottes und Aufnahme in die kirchliche Gemeinschaft. Deswegen ist die Taufe auch keine Privatsache, sondern eine Feier der Gemeinde und wird sie in einem öffentlichen Gottesdienst gespendet. Erwachsene werden häufig in der Osternacht, einem der feierlichsten Gottesdienste des Jahres, getauft. Indem die:der Taufbewerber:in die Fragen des Taufbekenntnisses bejaht, bekennt er:sie sich zum christlichen Glauben.

Das wesentliche und unverzichtbare Zeichen der Taufe ist das Wasser. Meist wird der Kopf des Täuflings dreimal mit Wasser übergossen. Das Wasser ist einerseits ein Symbol des Todes – der alte Mensch, der fern von Gott gelebt hat, „stirbt“. Andererseits spendet Wasser Leben: so ist es ein Symbol für das neue Leben mit Jesus Christus, das mit der Taufe beginnt. Diese eigentliche Taufhandlung wird durch weitere Symbole ergänzt: die Taufkerze als Zeichen des Lichtes Christi, ein weißes Gewand (bei Erwachsenen oft ein Taufschal) als Zeichen für das neue Leben in und mit Christus. Weitere Informationen zur Liturgie sind Bestandteil der Vorbereitung.

Erwachsene, die getauft werden, empfangen meist im gleichen Gottesdienst auch die Firmung, die durch eine Salbung auf der Stirn gespendet wird, und nehmen zum ersten Mal an der Kommunion teil.

Erfahrungsbericht(e) zur Erwachsenentaufe

Ein junger Mann aus dem Erzbistum München-Freising erzählt seine Lebensgeschichte und die Geschichte seiner Taufe als Erwachsener. Es war eine bewusste Entscheidung, manchmal auch gegen Widerstände.

Weitere Erfahrungsberichte und Videos finden sich auf dem Portal katholisch-werden.de oder auf der Themenseite "Mein Glaube, mein Leben" von katholisch.de, die Texte über Menschen bündelt, die als Erwachsene in die katholische Kirche eingetreten, konvertiert oder auch getauft wurden.

 

Anregungen zur persönlichen und individuellen Gestaltung des Katechumenats

OMG_Buch_Instagram_Post_Innen2

Ein "geistliches" Tagebuch
Der Weg der Vorbereitung auf die Taufe ist wie beschrieben ein längerer Prozess. Dabei werden am Ende andere Fragen, Erfahrungen und Einsichten stehen als am Beginn des Weges. Warum nicht ein kleines geistliches Tagebuch schreiben, in dem Sie zentrale Sätze, Zitate oder Erlebnisse festhalten? Das ist - besonders unmittelbar vor der Taufe - eine tolle Möglichkeit, sich an den Weg zu erinnern.  

Austausch und Treffen mit Patin oder Pate
Christ-Sein kann man nicht alleine. Das ist auch die Idee hinter dem Patenamt. Es tut gut, jemand an der Seite zu haben, der den Weg begleitet und unterstützt. Vereinbaren Sie mit Ihrer Patin bzw. Ihrem Paten regelmäßige Dates, um bei einem Kaffee, Wein oder Limo über die Vorbereitungsweg sowie Gott und die Welt zu quatschen. Nehmen Sie ihn oder sie mit auf dem Weg der Vorbereitung und lassen Sie ihn teilhaben an ihren Fragen, Erfahrungen und Zweifeln. Der Austausch über den Glauben ist in aller Regel für beide Seiten spannend! 

App EVERMORE
Die (kostenlose) christliche Meditationsapp, die von der evangelischen Landeskirche Hannover herausgegeben wird, ist gemacht für Menschen mit Sehnsucht. Die App ist ein guter, anregender Begleiter für alle, die sich auf Meditationen und alltagsnahe und authentische Impulse einlassen und lieber das Handy als ein Buch in die Hand nehmen wollen. Einfach mal ausprobieren: www.evermore-app.de

Einmal Zeit nehmen für das (ganze) Markus-Evangelium
Die Bibel ist ein dickes Buch - und sie lässt sich schwer einfach von vorne bis hinten durchlesen. Warum nicht mit einem einzelnen biblischen Buch anfangen? Das Markus-Evangelium bietet sich an. Es lässt sich gut in zwei bis drei Stunden am Stück lesen und eignet sich gut, um sich mit der zentralen Person unseres Glaubens - Jesus Christus - mal intensiver auseinanderzusetzen und selbst der Frage nachzugehen: Wer ist Jesus für mich?

Bücher lesen
Am einfachsten natürlich die Bibel. Sie steckt voller toller Geschichten und Erfahrungen ;-) Aber auch zahlreiche andere Bücher können helfen, den Glauben (tiefer) kennzulernen. Eine bunte (nicht abschließende) Auswahl findet sich auf www.katholisch-werden.de

Auf ein kleines Büchlein sei besonders hingewiesen: "Komm mal klar. Alltägliche Sinneserweiterungen" (siehe Bild) nimmt Sie mit auf die Reise durch alltägliche Herausforderungen und zu bekannteren und unbekannteren Menschen, die mit ihrer Geschichte, ihrem Impuls oder Gebet auch für uns heute inspirierend sein können. Das Buch kann über das Referat Katechese bezogen werden.  

Themenportal: Sakramente

Taufe ist...

  • Zusage und Zeichen der Liebe Gottes
  • Hoffnungszeichen, dass gutes Leben gelingen kann - trotz allem Bösen und über den Tod hinaus
  • der Anfang eines Glaubenswegs: Gabe und Aufgabe
  • Stärkung der Identität: Gott ruft uns bei unserem Namen
  • Kraftquelle und schenkt Stärke und Begeisterung aus der positiven Kraft des Heiligen Geistes
  • Einladung zur Gemeinschaft mit Jesus und der Gemeinschaft der Kirche

Kontakt

Das Referat Katechese und Glaubenskommunikation im Bistum Mainz steht für Rückfragen, Rückmeldungen oder Anregungen gerne zur Verfügung. Melden Sie sich gerne...

Aaron Torner, Pastoralreferent
Dezernat Seelsorge | Referat Katechese 
Telefon: 06131 253 241
katechese@bistum-mainz.de 

Torner_A