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Firmpatin oder Firmpate sein: Begleiten, ermutigen, da sein

Wenn ein Jugendlicher dich fragt, ob du Firmpate oder Firmpatin werden möchtest, ist das ein besonderes Zeichen des Vertrauens. Die Firmung erzählt von Gottes Geist, der Menschen stärkt und ihnen zutraut, ihren eigenen Weg zu finden. Als Firmpatin oder Firmpate darfst du diesen Weg begleiten. Es ist eine Aufgabe nicht nur für den Tag der Firmung, sondern auch im Vorfeld und darüber hinaus: Du bist ansprechbar, fragst nach, unterstützt, bist da und teilst, wenn es passt, was dich auf deinem Weg stärkt – ohne Anspruch, auf alles eine Antwort zu haben.

Was bedeutet diese Aufgabe wirklich? Was muss ich konkret tun? Wie kann ich mein Firm-Patenkind gut begleiten? Rund um diese Fragen haben wir auf dieser Seite Infos, Links und Anregungen zusammengestellt. Klick dich gerne durch!

FAQ Firmpat:in

Die besondere Aufgabe der Paten ist, den Glaubens- und Lebensweg zu begleiten und zu unterstützen. Diese unterstützende Rolle wird auch bei der Firmfeier deutlich: Bei der Firmfeier treten sie mit den Firmkandidat:innen vor den Bischof und legen zum Zeichen ihrer Unterstützung die rechte Hand auf die Schulter des bzw. der Jugendlichen und stärken ihnen symbolisch den Rücken.

Darüber hinaus ist man - auch nach der Firmung - eine Ansprechperson in Glaubens- und Lebensfragen. Gerade für Jugendliche ist es spannend, dass hier noch einmal eine andere Perspektive als die der Eltern eingeholt werden kann. Darüber hinaus gibt es in manchen Familien unterschiedliche Vorstellungen davon, was mit dem Patenamt an Erwartungen und Vorstellungen verbunden ist. Hier lohnt es sich, ins Gespräch zu gehen.

Patin bzw. Pate begleiten die Firmbewerber:innen auf ihrem Glaubens- und Lebensweg. Sie dürfen und sollen eigene Erfahrungen einbringen. Deshalb ist gemäß des Kirchenrechts vorgesehen, dass Firmpat:innen selbst katholisch getauft und gefirmt sein und nicht aus der Kirche ausgetreten sein dürfen. Das Kirchenrecht sieht außerdem ein Mindestalter von 16 Jahren vor. Im Ausnahmefall kann aber auch jemand Jüngeres das Amt übernehmen. Mutter und Vater können das Patenamt nicht selbst übernehmen.

Das Patenamt hat in der Kirche eine sehr lange Tradition. In der frühen Kirche war es üblich, Erwachsene zu taufen (und zu firmen). Ein Mensch, der bereits Christ ist und der eine andere Person zum Glauben und zur Aufnahme in das Katechumenat (so bezeichnet man die Lern- und Vorbereitungszeit bis zur Taufe) führt, ist dessen Pat:in. In der frühen Kirche bürgten Pat:innen für die Ernsthaftigkeit der Bewerber:innen und fungierten als deren Begleitung. Das Wort Pate bzw. Patin leitet sich dementsprechend von "geistlicher Vater" bzw. "geistliche Mutter" ab.

Seit dem 5. Jahrhundert kommt die Feier der Kindtaufe auf und Taufe und Firmung werden jeweils eigenständige Feiern. Für beide Feiern bleibt die Idee der Patenschaft erhalten. In beiden Fällen sind Pate oder Patin Begleitung auf dem Lebens- und Glaubensweg. Die Paten stehen auch als Vertreter für die Gemeinschaft der Kirche, in die man mit der Taufe und Firmung aufgenommen wird.

Zur Patenschaft gehört weitaus mehr als nur die Unterstützung im Gottesdienst. Jede:r, der nach der Botschaft Jesu leben will, braucht Menschen, die ihm bzw. ihr beim Hineinwachsen in den christlichen Glauben mit Rat und Tat zur Seite stehen. Junge Menschen sollen sich an ihren Firmpat:innen orientieren können und von ihnen Impulse für das Leben und den Glauben als Christ:innen erhalten.

In einigen Gemeinden werden Pat:innen in die Vorbereitung einbezogen. Dort, wo das nicht der Fall ist, kann es sinnvoll sein, sich selbst im Vorfeld mit dieser besonderen Aufgabe zu beschäftigen. Firmpat:innen können schon während der Firmvorbereitung gezielt den Kontakt suchen, sich über den Firmkurs berichten lassen und über den Firmgottesdienst informieren.

Folgende Fragen können helfen:

  • Was bedeutet mir der christliche Glaube?
  • Welche Erfahrungen und Werte kann/möchte ich weitergeben?
  • Wie und wo kann ich Vorbild, Halt und Begleiter:in für meine:n Firmbewerber:in sein?
  • Wie will ich mein Patenamt gestalten?

Für den Nachweis, dass die Voraussetzungen zum Patenamt erfüllt sind, ist es üblich, diese mit dem so genannten "Patenschein" zu dokumentieren. Dafür wendet man sich an das Pfarrbüro, in dessen Zuständigkeitsbereich man derzeit wohnt: www.pfarreifinder.de

Wenn man erst vor kurzem umgezogen ist, kann an sich auch an das Pfarrbüro wenden, in dessen Bereich man selbst getauft wurde. Auch diesen Kontakt findet man über den obigen Link.

Die Regelung zum Patenamt ist kirchenrechtlich eine "Soll"-Regel (can. 892/CIC 1983). Die genannten Bedingungen für das Patenamt spiegeln die besondere Verantwortung und Wichtigkeit dieser Aufgabe wider. Wichtig: Wo es nicht möglich ist, eine:n geeignete Pat:in zu finden, kann die Firmung auch ohne Paten stattfinden.

Die Patenschaft ist prinzipiell auf Dauer angelegt. Der Name der Paten kann nicht aus dem Firmbuch gestrichen werden. Wie ihr miteinander in Verbindung bleibt, kann sich im Lauf des Lebens verändern – niemand kann hier den Kontakt erzwingen.

Eine kleine Checkliste

Bevor du zusagst...

  • Nimm dir Zeit für deine Entscheidung. Dass du gefragt oder ausgewählt wurdest, ist ein Zeichen des Vertrauens – aber keine Verpflichtung. Wenn du die Patenschaft nicht übernehmen kannst oder möchtest, darfst du Nein sagen.
  • Sprich mit deinem Firmling. Frag, warum er oder sie dich gefragt hat und was er oder sie sich von dir als Firmpate wünscht.

Vor der Firmung

  • Nimm dir Zeit für ein oder mehrere Gespräche, ggf. auch einen gemeinsamen Ausflug. Vielleicht gibt es auch aus der Pfarrei Anregungen für den Austausch. Konkrete Ideen findest du auch hier auf der Seite.
  • Überlegt gemeinsam, wie ihr die Patenschaft gestalten wollt - zum Beispiel mit einem kleinen Ritual, einem regelmäßigen Telefonat oder etwas ganz anderem.
  • Und natürlich die ganz praktischen Dinge: Wann und wo findet die Firmung statt? Braucht es einen "Patenschein"? Was ist am Firmtag für dich vorgesehen? Voraussetzungen und Abläufe können vor Ort unterschiedlich sein.

Am Tag der Firmung

  • Plane genug Zeit ein und kläre vorher, wo ihr euch trefft und wo du sitzt.
  • Sei an der Seite deines Firmlings, feiere diesen besonderen Tag mit und stärke ihm den Rücken. Dein Firmling oder die Pfarrei kann dir erklären, welche Rolle du im Gottesdienst hast. Vielleicht seid ihr auch im Vorfeld zu einer Probe eingeladen. Wenn etwas unklar ist, frag gerne nach.

Nach der Firmung

  • Melde dich auch später noch einmal. Zum Beispiel: „Wie geht es dir seit der Firmung? Was ist dir von dem Tag besonders in Erinnerung geblieben?“
  • Bleibt in Verbindung, so wie es für euch passt. Ein Gespräch, ein gemeinsamer Ausflug oder eine Nachricht zwischendurch können zeigen: Ich interessiere mich für dich und bin da.
  • Praktischer Tipp: Speichere dir das Firmdatum im Kalender und lass dich in den Folgejahren daran erinnern. Mit einer kleinen Botschaft zum Jahrestag der Firmung kannst du bestimmt für eine kleine Überraschung sorgen...

Gemeinsam etwas erleben – und ins Gespräch kommen

Manchmal fällt das Reden leichter, wenn man nebenbei etwas miteinander tut. Sucht euch eine Idee aus, die zu euch beiden passt. Ihr müsst dabei nichts „abarbeiten“: Manchmal entsteht ein gutes Gespräch, manchmal ist einfach die gemeinsame Zeit schön.

  • Eine Playlist zusammenstellen: Sucht jeweils zwei oder drei Lieder aus, die euch wichtig sind, und hört sie gemeinsam. Wer mag, erzählt, warum gerade dieses Lied dazugehört.
  • Auf Entdeckungstour gehen: Macht einen Foto-Spaziergang und haltet fest, was euch auffällt oder guttut – einen besonderen Ort, ein schönes Detail oder einen Moment, der Hoffnung macht. Daraus kann eine kleine gemeinsame Bildergalerie werden.
  • Etwas gestalten: Erstellt eine Collage oder ein kleines Leporello zu der Frage: Was gibt mir Rückenwind? Bilder, Farben und einzelne Wörter reichen; Erklärungen sind willkommen, aber kein Muss.
  • Gemeinsam kochen oder backen: Probiert ein neues Rezept aus oder bereitet etwas zu, das mit einer schönen Erinnerung verbunden ist. Beim gemeinsamen Tun kommt man oft ganz nebenbei ins Erzählen.
  • Einen ruhigen Ort besuchen: Geht in eine Kirche, in die Natur oder an einen anderen Ort, an dem ihr gern zur Ruhe kommt. Ihr könnt eine Kerze anzünden, einen Gedanken aufschreiben oder einfach eine Weile still sein.
  • Zusammen etwas Gutes tun: Überlegt, was ihr gemeinsam für andere oder für eure Umgebung tun könnt – zum Beispiel Müll sammeln, eine kleine Spendenaktion unterstützen oder jemandem eine Freude machen. Wählt etwas, das für euch beide stimmig ist.

Nicht jede Idee passt zu jedem Menschen. Am besten fragt ihr den Firmbewerber oder die Firmbewerberin, worauf er oder sie Lust hat – und lasst auch Raum dafür, dass ein Treffen ohne viele Worte auskommt.

Segensgebet

Gott,
segne die großen und die unscheinbaren Momente
zwischen mir und meinem Firmling.

Schenke uns Fragefreude, Lachpausen
und den Mut, auch Unfertiges miteinander zu teilen.

Lass aus kleinen Begegnungen einen Alltagssegen wachsen –
eine Verbindung, die trägt, ohne festzuhalten.
Amen.